Schule gegen Gewalt und Rassismus

Unsere Schule heißt Karla-Raveh-Gesamtschule. Dieser Name gibt uns den Auftrag gegen jede Form von Gewalt und Rassismus einzutreten. Wir sehen uns deshalb in der Pflicht im alltäglichen Miteinander respektvoll und wertschätzend miteinander zu leben und zu arbeiten.

Im Januar 2002 wurden wir als „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet. Diese Auszeichnung ist für uns zugleich Auftrag, diesen Weg einer gewaltfreien, vorurteilsfreien, offenen Schule zusammen auszubauen.

Karla Raveh hat in Lemgo in ihrer Kindheit Ausgrenzung und Verfolgung erlebt, ihre Geschwister und Eltern wurden im KZ getötet. Die Familie Frenkel war integriert in der Lemgoer Gesellschaft bis im nationalsozialistischen Deutschland bestimmte Gruppen verfolgt wurden. Dazu gehörten jüdische Mitbürger*innen, politische Gegner*innen der Nationalsozialisten, Zeugen Jehovas, homosexuelle Bürger*innen u.a.

Menschen wurde eine unterschiedliche Wertigkeit zugesprochen. Gegen diese Bewertung von Menschen setzte sich Karla Raveh aus eigener Erfahrung ein und gab ihrer Schule den Auftrag, Toleranz und Wertschätzung allen Menschen gleichermaßen entgegen zu bringen. Der Anfang ihres Engagements ist das Buch „Überleben“, in dem sie schreibt: „Ich habe hier nur von meiner Familie und mir die traurige Wahrheit aufgezeichnet, und ich bete und hoffe, dass sich so eine Tragödie für die ganze Menschheit nie wiederholt!“ (Karla Raveh: Überleben, 1986, S. 282).

Leider werden weltweit, aber auch in Deutschland und in Lemgo nicht immer alle Menschen gleich behandelt. Diese Ideologien der Ungleichwertigkeit wollen wir an unserer Schule nicht akzeptieren.

Schule ohne Rassismus ist ein Netzwerk von Schulen im Einsatz für Menschenwürde, die allen Menschen gilt und gegen Diskriminierung aktiv ist.

 

Keine Schule, keine Gesellschaft lebt diskriminierungsfrei; deshalb ist die Arbeit von Schule ohne Rassismus einem ständigen Auftrag verpflichtet. Schüler*innen und Pädagog*innen werden aktiv gegen Diskriminierungen in verschiedenen Bereichen und Aktionen innerhalb einer Schule, aber auch schulübergreifend.

Schwerpunkte der Arbeit im Bereich Schule ohne Rassismus sind beispielsweise Rassismus, Antisemitismus, Rechtsextremismus, Islamismus, Linksextremismus, Klassismus, Sexismus, Homophobie, antimuslimischer Rassismus.

An der KRG werden Projekte zu unterschiedlichen Schwerpunkten als einzelne Aktionen, Workshops, Gespräche und in Schulpartnerschaften organisiert. Manche Projekte sind an konkrete Gruppen bzw. Klassen geknüpft, meistens aber klassen- und jahrgangsübergreifend organisiert.

Zu den übergreifenden Projekten gehören Besuche des mobilen jüdischen Museums Berlin, Workshops zu Rassismus und Antisemitismus mit dem gemeinnützigen Verein BildungsBausteine e.V. aus Berlin, Aktionen mit NRWeltoffen im Kreis Lippe, Beiträge zu Veranstaltungen des Arbeitskreises 9. November in Lemgo und Begegnungen mit jungen Israelis im Rahmen des Schüleraustausches mit der Maccabim Reut Mor Highschool/Israel.

 

Einige der bereits durchgeführten Projekte waren in einer Arbeitsgruppe organisiert (Flucht und Asyl), einige auf Kreisebene, andere greifen aktuelle Fragen und Probleme im Unterricht und in der Schule auf. Diese Projekte können auch in Form von Gesprächen mit Zeitzeug*innen, Aussteiger*innen oder Expert*innen bestimmter Organisationen stattfinden, z.B. in Form von interkulturellen oder interreligiösen Gespräche aus aktuellen Anlässen wie dem rassistisch motivierten Attentat in Hanau oder Halle.

Auch in Kooperationen mit anderen Schulen (einzelne Projekte mit Marianne-Weber-Gymnasium in Lemgo, der Felix-Fechenbach-Gesamtschule in Leopoldshöhe, der Maccabim Reut Mor Highschool in Israel oder der Schule in Kaunas/Litauen) und dem Frenkelhaus (städtisches Museum Lemgo) werden Projekte durchgeführt.

 

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