Arbeitskreis Karla Raveh

„Ich habe hier nur von meiner Familie die traurige Wahrheit aufgezeichnet, und ich bete und hoffe, dass sich so eine Tragödie für die ganze Menschheit nie wiederholt!“

(Karla Raveh, Überleben, Lemgo 2003, S.118)

 

Die Hoffnung, welche die Namensgeberin unserer Schule zum Abschluss ihres Buches „Überleben“ äußert, spiegelt das Hauptanliegen des Arbeitskreise „Karla Raveh“ wider:

Einerseits sollen die Erinnerungen an die vergangenen Verbrechen des Nationalsozialismus wach gehalten werden, andererseits soll für die Zukunft an unserer Schule ein Raum geschaffen werden, der durch gegenseitige Toleranz, Achtung und Versöhnung über alle religiösen und nationalen Grenzen hinweg geprägt ist.

Zur Umsetzung dieser Ziele koordiniert und bündelt der Arbeitskreis Aktivitäten, die zum Themenkreis Erinnerungskultur gehören. Darüber hinaus initiiert er neue Aktivitäten:

Einen besonderen Stellenwert haben die regelmäßigen, persönlichen Kontakte zu der Namensgeberin unserer Schule. Frau Raveh berichtet über ihre Kindheit in Lemgo, über die Zeit der Verfolgung und über ihr heutiges Leben in Israel. Sie sucht den direkten Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern. Die jungen Menschen erfahren durch die persönliche Begegnung

  • Frau Raveh nimmt an den Einschulungs-, Entlassungs- und Abiturfeiern teil.
  • Zu Beginn eines neuen Schuljahres besucht Frau Raveh die Schule, um neue Kolleginnen und Kollegen kennen zu lernen. Sie berichtet über ihre Lebensgeschichte und steht zum persönlichen Austausch zur Verfügung.

Da die Möglichkeiten der persönlichen Begegnung mit Zeitzeugen des Holocaust immer schwieriger und sporadischer werden, sucht der Arbeitskreis nach alternativen Wegen, um die Erinnerungsarbeit zu leisten:

  • Förderung der Schüleraustausches mit der Partnerschule in Maccabim-Re`ut (Israel),
  • Entwicklung eines schulinternen, fächerübergreifenden Curriculums zur Erinnerung an die Geschichte der Familie Frenkel,
  • Dokumentation der Geschichte der Namensgebung unserer Schule,
  • Ausweitung der schulinternen Aktivitäten zu Gedenktagen wie der Reichspogromnacht oder dem Tag zum Gedenken an die Befreiung von Auschwitz.

Der Arbeitskreis fördert die Zusammenarbeit mit verschiedenen Vereinen, Institutionen und Arbeitsgruppen, die sich im regionalen Raum an der Dokumentation der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft arbeiten. Insbesondere sollen Schülerinnen und Schüler zur Mitarbeit angeregt und angeleitet werden:

  • Dokumentations- und Begegnungsstätte Frenkel-Haus: Mitgestaltung von Wechselausstellungen und Mitarbeit bei der Ausstellungskonzeption.
  • Stadtarchiv Lemgo: Spurensuche der Familie Frenkel und Dokumentation über „Judenhäuser“ in Lemgo.

Der Arbeitskreis hält den Kontakt zu mit verschiedenen Vereinen und Arbeitsgruppen, die im Kreis Lippe Ausstellungen und Gedenkveranstaltungen zum Thema Nationalsozialismus veranstalten. Die Verbindung wird durch die Mitgliedschaft und die aktive Mitarbeit einzelner Kollegiumsmitglieder intensiviert:

  • Arbeitskreis „9. November“ (Stadt Lemgo)
  • Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V.
  • Freundeskreis Vittore Boccetta NON DIMENTICARE e.V.

Der Arbeitskreis informiert das Kollegium über aktuelle Ausstellungs- und Fortbildungsangebote der regionalen NS-Gedenkstätten. Weiterhin unterstützt er deren Besuch durch Klassen und Kurse, um das Bewusstsein zu fördern, dass Geschichte vor Ort, in der Region erfahren und aufgearbeitet werden kann.

Folgende Einrichtungen werden regelmäßig von Schülerinnen und Schülern besucht:

  • Dokumentations- und Begegnungsstätte Frenkel-Haus (Lemgo)
  • Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg
  • Dokumentationsstätte Stalag 326 (VI K) in Stukenbrock
  • Gedenkstätte Bergen-Belsen
  • Geschichtsort Villa ten Hompel (Münster)
  • NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Weiterhin unterstützt der Arbeitskreis die regelmäßige Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit der jüngeren deutschen Geschichte durch die Teilnahme und Mitarbeit an den folgenden Aktivitäten und Projekten:

  • Mitgestaltung der Gedenkfeierlichkeiten zur Reichspogromnacht am 9. November am Synagogenplatz in Lemgo,
  • Projekttag der 10. Jahrgangsstufe zum Gedenktag der Befreiung Auschwitz Ende Januar,
  • Gräberpflege auf dem jüdischen Friedhof und des Synagogenvorplatzes in Lemgo durch zwei Klassen der Schule.

Den Arbeitskreis „Karla Raveh“ gibt es seit dem Schuljahr 2000/2001. Er trifft sich in unregelmäßigen Abständen. Der Arbeitskreis ist offen für Kolleginnen und Kollegen aller Fachschaften.

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